Das Moor ist eine faszinierende Landschaft. Mystisch das ganze Jahr, besonders gespenstisch jedoch im Winter. Ein Ort der Extreme, pendelnd zwischen Trockenheit und Nässe. Lebensfeindlich, karg und dennoch unglaublich schön. Eines der schönsten Moorgebiete unserer Gefilde ist das Hohe Venn, gleich hinter der deutschbelgischen Grenze. Schmale Holzstege und Pfade, sumpfige Wege und federweiche Böden führen hier vielerorts durch die einzigartige Landschaft, die sich stellenweise so wild und einsam gestaltet, dass man sich im hohen Norden von Skandinavien wähnt.

Die Dimension des Raums, hier im Moor der belgischen Hochebene scheint sie greif- und sichtbar. Kilometerweit erstreckt sich das kalte Moor vor meinen Augen, bereits wenige Schritte hinter Baraque Michel, von wo ich gestartet bin und das ganz nahe am höchsten Punkt von Belgien liegt. Ich erspähe blass-graue Findlinge, vereinzelt in der Weite. Eingerahmt von müdem Wollgras, welches vom strengen Winter gezeichnet platt zu Boden fällt. Behütet von abgestorbenen Birken und Kiefern, die einem der letzten Moorbrände zum Opfer gefallen sein dürften. Wie tote Soldaten wachen sie noch immer über das Land. Knorrig, bizarr und tapfer recken sie sich gen Himmel und halten den Naturgewalten dieser kompromisslosen Landschaft irgendwie stand. Es ist bitterkalt, mein Atem verdunstet sichtbar vor meinen Augen in einer Wolke. Stetig, rhythmisch.

[...]

Die ganze Reportage findet Ihr in der Winterausgabe 2021 der OutdoorWelten.