Vom Ursprung der Neiße bis nach Zittau
Der Oder-Neiße-Radweg erstreckt sich über insgesamt 630 Kilometer, davon verlaufen rund 120 Kilometer durch die Oberlausitz. Vom Startpunkt an der Neißequelle in Nová Ves (CZ) führt die Route nach Zittau, das malerisch am Fuße des Naturparks Zittauer Gebirge liegt und mit seiner historischen Altstadt beeindruckt. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre beiden Fastentücher, einzigartig bemalte Leinentücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die in der katholischen Fastenzeit traditionell den Altarraum oder das Kreuz verhüllen und heute in der Museumskirche sowie im ehemaligen Franziskanerkloster besichtigt werden können. Von Zittau aus bietet sich zudem die Möglichkeit, mit der Schmalspurbahn einen Ausflug ins Zittauer Gebirge zu unternehmen, etwa in die Kurorte Oybin oder Jonsdorf.
Görlitz: Klostergeschichte, Altstadtflair und Badesee
Ein weiterer Verkehrsmittelumstieg lohnt sich in Hirschfelde, wo Biker:innen mit einem Boot zum St. Marienthal in Ostritz paddeln können. Das Kloster zählt zu den ältesten Frauenklöstern Deutschlands und ist seit 1234 durchgehend bewohnt. Weiter geht es flussabwärts nach Görlitz, das früher als Handelsknotenpunkt reich wurde und heute mit einer liebevoll sanierten Altstadt sowie historisch interessanten Bauwerken wie dem Waidhaus, der Peterskirche, dem Heiligen Grab und dem Kaisertrutz Städtebummler begeistert. Zahlreiche Kulturveranstaltungen laden hier ganzjährig zu einem Besuch ein. Mit der „Görliwood“- AudioGuide-Tour, lässt sich die Stadt ganz entspannt individuell erkunden. Dabei lohnt es sich, immer wieder eine Pause einzulegen, um kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Ein erfrischender Abstecher zum südlich von Görlitz gelegenen Berzdorfer See, der übrigens auch am Oder-Neiße-Radweg liegt, rundet den Besuch ab.
Radeln bis Bad Muskau
Auch im weiteren Verlauf der Strecke lohnt es sich, ab und zu eine kleine Radelpause einzulegen und einen Abstecher zu machen, z.B. zur Waldeisenbahn Muskau nach Weißwasser, zur Schrotholzhaussiedlung Erlichthof Rietschen oder zum Rhododendrenpark nach Kromlau mit seiner berühmten Rakotzbrücke. Ein besonderes Ziel ist die „Geheime Welt von Turisede“ in Zentendorf, ein Abenteuerfreizeitpark mit kreativer Holzarchitektur, der nicht nur Kinder begeistert.
Auf den letzten Kilometern durch Sachsen wartet in Bad Muskau ein echtes Highlight: das UNESCO Welterbe Muskauer Park, Mit seinen 830 Hektar erstreckt sich der Park im englischen Stil beiderseits der Neiße und lässt sich sowohl zu Fuß, per Rad als auch mit der Kutsche erkunden. Ein absolutes Muss ist ein Besuch im Neuen Schloss Bad Muskau, einem eindrucksvollen Bauwerk im Stil der Neorenaissance.
Von der Neiße zur Oder
Ebenfalls lohnt sich ein Abstecher ins polnische Leknica und zur ehemaligen Braunkohlegrube Babina. Dort führt ein Lehrpfad durch den UNESCO-Geopark Muskauer Faltenbogen, der die besondere Landschaft von der Eiszeit bis zur Bergbauhistorie thematisiert. Nun verlässt der Radweg die Oberlausitz und 20 Kilometer nördlich des brandenburgischen Guben mündet die Neiße bei Ratzdorf schließlich in die Oder. Von hier aus sind es noch gut 400 Kilometer bis zur Insel Usedom, mit zahlreichen weiteren Attraktionen entlang des Weges.
Info: www.oberlausitz.com

