Dort, wo verschiedene Interessen aufeinandertreffen, braucht es Rücksicht. Rücksicht auf andere Menschen ebenso wie Rücksicht auf Flora und Fauna. Es sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht immer. Verschiedene Regionen und Initiativen machen daher bewusst aufmerksam auf das respektvolle Miteinander auf Tour. Weitsichtig, aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit viel Verständnis für alle Outdoor-Fans zeigen sie, wie ein achtsamer Umgang in der Praxis funktioniert.
Kampagnen fürs Miteinander
1. „Gemeinsam Natur erleben“(Deutscher Interessenverband Mountainbike e.V., kurz: DIMB)
Der DIMB setzt sich mit seiner Kampagne „Gemeinsam Natur erleben“ für ein respektvolles Miteinander im Wald ein – ob man nun auf dem Bike, zu Fuß oder mit Pferd unterwegs ist. Mit Toleranz und gegenseitiger Rücksichtnahme sowie den sechs zentralen „DIMB Trail Rules“ bewirkt man bereits viel:
1. Fahre nur auf Wegen!
2. Hinterlasse keine Spuren!
3. Halte dein Mountainbike unter Kontrolle!
4. Respektiere andere Naturnutzer!
5. Nimm Rücksicht auf Tiere!
6. Plane im Voraus!
Mehr Infos findest du auf www.dimb.de
2. „Fairtrail – isch jo logisch“ ruft es aus der Region Graubünden
Ob Landwirt, Wanderer, Radfahrerin oder Trailrunner: Die Wege in Graubünden stehen allen offen. Damit das Miteinander funktioniert, braucht es Rücksicht – isch jo logisch! Dafür steht das Programm „Fairtrail“, das mit einfachen Grundsätzen an faires Verhalten auf gemeinsamen Wegen appelliert.
- Rücksichtsvoll sein: Schaue voraus, mache dich bemerkbar, lasse Langsameren den Vortritt, kreuze vorsichtig.
- Alpwirtschaft respektieren: Schließe Zäune, halte Abstand, führe Hunde an der Leine, respektiere den Herdenschutz und befolge Verhaltenstipps.
- Gute Vorbereitung: Respektiere deine Grenzen, plane geeignete Touren auf offiziellen Wegen und rüste dich richtig aus.
- Naturschutz: Respektiere die Natur, hinterlasse keinen Müll, nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen.
Weitere Infos & Tipps gibt es auf www.graubuenden.ch/de/fairtrail
4. „Fair am Trauf“ heißt es bei Albstadt Tourismus
Albstadt in der Schwäbischen Alb ist bei Wander- und Mountainbike-Fans sowie Wintersportler:innen gleichermaßen beliebt. Damit alle die wunderschöne Natur genießen können, gelten auf den Premium-Wanderwegen Traufgänge, auf den Trails der Bikezone sowie den Winterwanderwegen und Langlauf-Loipen Wintertrauf einfache Verhaltensregeln. Wer „fair am Trauf“ ist, kann mit wenig viel erreichen. Dazu gehört:
• Auf den Wegen bleiben: Schone die Vegetation und akzeptiere Sperrungen.
• Müll wieder mitnehmen: Hinterlasse Rastplätze so, wie du sie vorfinden möchtest.
• Nachtruhe respektieren: Verzichte auf nächtliche Touren mit künstlichem Licht.
• Feuerstellen richtig nutzen: Grille ausschließlich an den dafür vorgesehenen Plätzen.
Schau einmal vorbei auf www.albstadt-tourismus.de/service/fair-am-trauf
5. „Uffbasse!“ ertönt es bei der Pfalz Touristik
„Bass‘ uff un denk mit!“ – nach diesem Motto sensibilisiert die Pfalz Touristik für den richtigen Umgang auf Tour. Das Projekt „Uffbasse! Für Rücksicht und Naturschutz“ vereint die Perspektiven aus Tourismus, Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie Sport zu fairen Kompromissen:
- Lebensräume achten: Respektiere die Natur und halte die Nachtruhe ein.
- Anleinen statt frei laufen: Führe Hunde im Wald und auf den Wegen an der Leine.
- Richtig rasten: Genieße Picknick und Camping nur an ausgewiesenen Stellen.
- Verständnis zeigen: Mache Platz, wenn es nötig ist – völlig egal, wer im Recht ist.
Weitere Infos gibt es auf www.pfalz.de/de/uffbasse-fuer-ruecksicht-und-naturschutz
6. Nordhessen arbeitet mit dem Konzept „Green Trails“
Bei den „Green Trails“ handelt es sich weniger um eine Kampagne als vielmehr ein Gesamtkonzept, das Naturverträglichkeit und gemeinsame Wegenutzung für Radfahrende vereint. 14 Trailzonen aus rund 200 Kilometern, verbunden durch Rad- und Waldwege, sollen ein Ort sein, an dem sich auf dem Rad alle wohlfühlen: Mountainbikerinnen ebenso wie Kinder, Senioren und Jugendliche. Zentral dabei: Verständnis füreinander und Rücksichtnahme auf Flora und Fauna. Das Projekt befindet sich in der Umsetzung und wächst kontinuierlich.
Erfahre mehr hierzu auf greentrails.de
7. „Respektvoll unterwegs“ sagt Ostbayern Tourismus
Der Tourismusverband Ostbayern e.V. wirbt für ein rücksichtsvolles Miteinander aller,
die in der Region leben, arbeiten oder Urlaub machen. Um die wertvolle Natur des Bayerischen Waldes und der Oberpfalz zu schützen, setzt die Initiative auf gegenseitiges Verständnis und zwölf einfache Grundregeln:
- Wege und Zonen respektieren: Bleibe stets auf den markierten Pfaden, fahre nicht querfeldein und beachte die Schutzzonen der National- und Naturparks.
- Lebensräume der Tiere achten: Meide Touren in der Dämmerung oder nachts und führe deinen Hund in der freien Natur immer an der Leine.
- Spurenlos unterwegs sein: Nimm deinen Müll wieder mit, parke nur auf ausgewiesenen Plätzen und entzünde kein offenes Feuer.
- Sicher und umsichtig planen: Nutze zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel, passe deine Touren der eigenen Fitness an und folge den Hinweisen der Ranger:innen.
Mehr Infos sind auf www.ostbayern-tourismus.de zu finden.
8. Im Schwarzwald heißt es "bewusstWild"
Die von den Vereinen Naturpark Südschwarzwald und Auerhuhn im Schwarzwald ins Leben gerufene Initiative setzt sich für den Schutz von Wildtieren ein. BewusstWild zeigt, wie einfach sich die Begeisterung für Outdoor-Sport mit dem Respekt vor den sensiblen Rückzugsräumen der Waldbewohner vereinbaren lässt:
- Perspektive wechseln: Mach dir bewusst, dass Wald und Wiesen die Wohn-, Ess- und Schlafzimmer der Wildtiere sind.
- Berechenbar sein: Bleibe auf den Wegen, um Wildtiere beim Wandern, Trailrunning oder Mountainbiken nicht unnötig aufzuschrecken.
- Rücksicht im Winter: Halte dich an ausgewiesene Routen oder nutze Freiflächen, um die Ruhezonen der Tiere zu respektieren.
Alles weiteres direkt auf bewusstwild.de nachlesen
9. „GemeinsamWege“ geht man im Thüringer Wald
Der Thüringer Wald entwickelt derzeit die Kampagne „GemeinsamWege – Mit Rücksicht im Rucksack“ für ein rücksichtsvolles Miteinander auf Waldwegen. Ziel ist es, alle, die im Wald unterwegs sind, für die unterschiedlichen Perspektiven und Bedürfnisse unterwegs zu sensibilisieren. Die Kampagne zeigt anhand konkreter Alltagssituationen, wie einfach Rücksichtnahme und freundliches Miteinander sein kann. Im Mittelpunkt stehen drei Perspektiven:
- Gemeinsam Nutzen: Waldwege fair teilen – mit Rücksicht auf alle, die sie nutzen. Die unterschiedlichen Funktionen von Waldwegen verstehen und durch transparente Kommunikation gegenseitiges Verständnis fördern.
- Gemeinsam Erleben: Wald auf Wegen bewusst entdecken – mit Neugier, Freiheit, Respekt und Wertschätzung.
Wer aufmerksam unterwegs ist und anderen freundlich begegnet, trägt zu einem guten gemeinsamen Naturerlebnis bei. - Gemeinsam Schützen: Natur und Lebensräume bewahren – achtsam und mit Verantwortung. Auf den Wegen bleiben, Müll vermeiden und Rücksicht auf Tiere und sensible Lebensräume nehmen.
Hinweis: „GemeinsamWege“ befindet sich derzeit in der Entwicklung. Eine Landingpage wird die Kampagne zukünftig
sichtbar machen. www.thueringer-wald.com
Weitere Regionen, die für ein respektvolles Miteinander stehen:
„Miteinander in Oberstdorf“
In Oberstdorf ist man „zämed duss“, also zusammen draußen. Immerhin haben alle dasselbe Ziel: Die Natur genießen. Dabei ist es ganz einfach, Vorbild für rücksichtsvolles Miteinander zu sein:
- Share the trail: Die Wege sind zum Teilen, passe deine Geschwindigkeit an, verhalte dich höflich, lasse als Radfahrer:in Wandernden den Vortritt
- Sei freundlich: Ein netter Gruß, ein Lächeln, ein Dankeschön oder Bitte – so einfach kann es sein.
- Sei achtsam mit der Natur: Verlasse keine Wege, hinterlasse keinen Müll, schließe Gatter und verzichte mit dem Bike auf unnötige Drifts und Wendungen.
„Rücksicht macht Wege breit“ von der Rheinischen Apfelroute
Wer auf der Rheinischen Apfelroute wandert oder radelt, folgt den Spuren der Landwirtschaft – und nutzt entsprechend Wirtschaftswege entlang Felder und Plantagen. Ein rücksichtsvolles Miteinander von Landwirten und Erholungssuchenden ist dabei unabdingbar. Dazu lädt die Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ mit fast 30 Bodenpiktogrammen entlang der Strecke und bunten Flylern ein.
- Rücksicht macht Wege breit: Als Fußgänger oder Radfahrerin ist es einfacher, großen Landmaschinen auszuweichen – Fairness und Kommunikation zählt
- Sauber bleiben: Weggeworfener Müll schadet nicht nur der Natur, sondern kann auch die landwirtschaftlichen Maschinen beschädigen oder die Ernte verschmutzen
- Vierbeinige Freunde: Hunde laufen auf den Wegen, nicht über die Anbauflächen – das kann Lebensmittel zerstören und verschmutzen.
Zusammengestellt von
Annabelle Gummersbach


