Die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband rufen wieder zur Wahl des "Naturwunders des Jahres" auf. Bis zum 27. September können Naturinteressierte online für einen von neun nominierten Naturorten in Deutschland abstimmen.

Neun Naturschauplätze, neun unterschiedliche Landschaftsgeschichten: Die diesjährigen Kandidaten der Naturwunderwahl zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig Deutschlands Natur ist. Sie reichen von spektakulären Felsformationen über naturnahe Flusslandschaften bis hin zu artenreichen Trocken- und Feuchtgebieten. Einige von ihnen sind zudem beeindruckende Beispiele dafür, wie durch Renaturierung und gezielten Schutz wertvolle Lebensräume bewahrt und wiederhergestellt werden können.

Das Beste: Ihr könnt diese eindrucksvollen Orte auf Wanderwegen, geführten Touren oder auch einer Paddeltour entdecken und erleben.

Welches ist dein persönliches Naturwunder? 

Stimmt ab auf www.sielmann-stiftung.de/naturwunder

1. Sandsteinrücken voller Sagen – Die Teufelsmauer (Sachsen-Anhalt)

Auf einem Wiesenhang thront eine Felsmauer mit hoch aufragenden Felstürmen
Die Teufelsmauer © Teufelsmauer Weddersleben e.V.

Wie eine natürliche Mauer ziehen sich die markanten Sandsteinfelsen der Teufelsmauer durch das nördliche Harzvorland. Die rund 80 Millionen Jahre alten Formationen zählen zu den bedeutenden Geotopen Deutschlands. Nährstoffarme Böden und steile Felsbereiche bieten spezialisierten Pflanzen sowie Wanderfalken, Fledermäusen, Zauneidechsen und Schlingnattern Rückzugsräume. 

→ Wanderung: Der 25 km lange Teufelsmauerstieg zwischen Ballenstedt und Blankenburg mit Ausblicken über den Harz und das Harzer Vorland. Am Königstein bei Weddersleben ergänzt der Teufelsmauergarten das Naturerlebnis mit typischen Pflanzen des Gebietes.

2. Salzmoor im Binnenland – Das Brenner Moor (Schleswig-Holstein) 

Ein Holzbohlenweg führt durch eine ockerfarbene Graslandschaft
Bohlenweg im Brenner Moor © Stadt Bad Oldesloe, Manja Eggers

Das Brenner Moor bei Bad Oldesloe ist das größte binnenländische Salzmoor Schleswig-Holsteins. Salzquellen schaffen hier seltene Lebensräume für Pflanzen, die sonst vor allem an der Küste vorkommen, darunter Salzaster und Bottenbinse. Auch Blaukehlchen, Nachtigall, Eisvogel und Kranich nutzen das Gebiet.

→ Erwandern: Ein ca. 5 km langer Bohlenweg führt durch die Moorlandschaft und ermöglicht Einblicke, ohne empfindliche Flächen zu betreten. Zusätzlich laden NABU-Führungen, naturverträgliches Paddeln auf dem Hauptarm der Trave und der Krimitrail für Kinder dazu ein, das Moor auf unterschiedliche Weise zu entdecken.

3. Wo Felsen zu Tieren werden – Der Steinzoo im Zittauer Gebirge (Sachsen) 

Ein markanter wie rund geschliffener Felsen im Wald.
Die brütende Henne im Steinzoo Zittauer Gebirge © Thomas Glaubitz

Bizarr geformte Sandsteinfelsen, die an Tiere erinnern, machen den Steinzoo im Zittauer Gebirge zu einem besonderen Naturerlebnis. Über Millionen Jahre schufen Erosion und Verwitterung Formationen wie die „Brütende Henne“ oder die „Schildkröte“.

→ Erwandern: Drei Rundtouren führen durch die von Mischwäldern, Bächen und Feuchtwiesen geprägte Landschaft, die unter anderem Luchs, Fischotter und Wanderfalke Lebensraum bietet.

4. Farbenzauber unter Tage – Die Saalfelder Feengrotten (Thüringen) 

Eine Grotte spiegelt sich in einem kleinen Gewässer.
Die Saalfelder Feengrotten © Floran Trykowski

Die Saalfelder Feengrotten gelten laut Guinness-Buch der Rekorde als die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“. Das außergewöhnliche Farbenspiel entsteht durch zahlreiche Mineralien im Alaunschiefergestein. Über Jahrhunderte bildeten sich in dem ehemaligen Bergwerk Tropfsteine, Sinterflächen und schillernde Grottenseen.

→ Erwandern: Ein etwa 500 m langer Weg führt durch die unterirdische Landschaft der Feengrotten vorbei an eindrucksvollen Tropfsteinformationen und schillernden Grottenseen. Spannende Führungen erzählen von der bewegten Geschichte des ehemaligen Bergwerks.

5. Wo das Moor zurückkehrt – Moorlandschaft Alperstedter Ried (Thüringen)

Eine Wiese erstreckt sich bis zum Horizont, durchzogen mit Wasser
Alperstedter Ried © Tourismusverband Thüringer Becken

Im Alperstedter Ried kehrt durch die Wiedervernässung geschädigter Flächen und die Umwandlung von Ackerland in artenreiches Grünland ein lebendiges Kalkflachmoor zurück. Exmoor-Ponys und Wasserbüffel halten die Flächen offen. Mehr als 1.280 Arten wurden hier nachgewiesen, darunter Bodenbrüter wie Kiebitz, Grauammer und Braunkehlchen.

→ Erwandern: Ein Bohlenweg, Aussichtsturm und Aussichtshügel machen die Entwicklung des Moores erlebbar. 

6. Wilde Flusslandschaft – Der Wiltinger Saarbogen (Rheinland-Pfalz)

Eine naturbelassene Flusslandschaft im Abendlicht mit dichtem Uferbewuchs und Grasinseln im Wasser
Die wilde Saar © Saar-Obermosel-Touristik e.V.

Der Wiltinger Saarbogen ist der einzige noch weitgehend naturbelassene und nicht schiffbare Abschnitt der unteren Saar. Stromschnellen, Stillwasserzonen, Feuchtgebiete und Röhrichte bilden ein vielfältiges Mosaik von Lebensräumen. Eisvogel, Biber, Graureiher und Kormoran sind hier zu Hause.

→ Entdecken: Geführte Kanutouren ermöglichen es, die sensible Flusslandschaft naturverträglich zu erleben.

7. Sagenfels des Westerwalds – Der Druidenstein (Rheinland-Pfalz)

Ein pyramidenförmiger Fels mit Gipfelkreuz im Wald
Der Druidenstein © Westerwaldverein, Markus Müller

Die Basaltsäulen des Druidensteins im Westerwald wirken wie sorgfältig aufeinandergestellte Steinpfeiler. Sie entstanden, als heiße Lava langsam abkühlte und zu Säulen erstarrte. Der bereits seit 1869 geschützte Felsen liegt auf 431 Metern Höhe mitten im Wald und ist als „Nationales Geotop“ ausgezeichnet. Mehrere Wanderwege führen zum Druidenstein und vermitteln unterwegs Wissen über Geologie und Bergbaugeschichte.  

→ ErwandernMehrere Wanderwege führen zum Druidenstein und vermitteln unterwegs Wissen über Geologie und Bergbaugeschichte. Der Druidensteig ist sogar zu "Deutschlands Schönstem Wanderweg 2026" gewählt worden. 

8. Vulkanfelsen des Sauerlands – Die Bruchhauser Steine (Nordhrein-Westfalen)

Ein Felsgipfel mit Gipfelkreuz inmitten einer hügeligen Waldlandschaft
Die Bruchhauser Steine © Günther Zöhrer

Die mehr als 90 Meter hohen Porphyrfelsen der Bruchhauser Steine im Rothaargebirge entstanden vor mehr als 380 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Sie gehören zu den markantesten Felsformationen Deutschlands und sind als Nationales Naturmonument und Nationales Geotop besonders geschützt. Auf einem Rundweg mit interaktiven Infotafeln lassen sich die Felsen auf eigene Faust erkunden.

→ Erwandern: Ein kurzer Erlebnispfad führt von Fels zu Fels. Auch von der ersten Etappe des bekannten Rothaarsteigs kann man einen Abstecher zu den Bruchhauser Steinen machen, dazu einfach der Beschilderung der Rothaarsteig-Schleife folgen.

9. Sonnenhänge des Kaiserstuhls – Der Badberg (Baden-Württemberg)

Eine grün-bunte Hügellandschaft von oben beim Sonnenuntergang
Der Badberg von oben © Martin Bildstein

Der Badberg im Kaiserstuhl zählt zu den artenreichsten Trockenrasen Mitteleuropas. Vulkanischer Untergrund, nährstoffarme Böden und ein mediterranes Klima schaffen Lebensräume für seltene Orchideen, Wildbienen und wärmeliebende Arten wie die Smaragdeidechse.

→ ErwandernMarkierte Wege und geführte Exkursionen ermöglichen Einblicke in das Naturschutzgebiet und lenken Besucherinnen und Besucher durch die empfindliche Landschaft, z. B. der 15 km lange Badbergpfad.

 

Hintergründe

Die Naturwunderwahl ist eine Initiative der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands, bei der Menschen aufgerufen sind, ihre Lieblings-Naturwunder aus Deutschland zu wählen. Die Initiative soll das Umweltbewusstsein und den Schutz der Natur stärken.

Vor der Wahl können Vorschläge eingereicht werden, aus denen eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands neun Naturwunder auswählen und zur Publikumswahl stellen.

Die „Naturwunder“ sind oft das Ergebnis geologischer, atmosphärischer, biologischer oder ökologischer Prozesse, die aufgrund ihrer Schönheit, Einzigartigkeit oder Seltenheit Bewunderung und Staunen hervorrufen. Sie sind meist auch wichtige Rückzugsorte oder Lebensräume für seltene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten.

Abstimmung und weitere Infos auf www.sielmann-stiftung.de