Eine sagenumwobene Felsformation im Harzvorland ist zum Naturwunder des Jahres 2026 gewählt worden.
Die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband haben auch dieses Jahr wieder zur Wahl "Naturwunder des Jahres" aufgerufen. An der vom 10. August bis 27. September 2026 gelaufenen Online-Abstimmung nahmen über 31.730 naturbegeisterte Menschen teil. Die Teufelsmauer in Sachsen-Anhalt konnte sich mit einem komfortablen Vorsprung von 1.897 Stimmen durchsetzen und holte den Titel „Naturwunder des Jahres 2026“. Auf Platz 2 landeten die Saalfelder Feengrotten in Thüringen und das Brenner Moor in Schleswig-Holstein belegte Platz 3.
Sandsteinrücken voller Sagen – Die Teufelsmauer (Sachsen-Anhalt)
Wie eine natürliche Mauer ziehen sich die markanten Sandsteinfelsen der Teufelsmauer bei Weddersleben durch das nördliche Harzvorland. Die rund 80 Millionen Jahre alten Formationen zählen zu den bedeutenden Geotopen Deutschlands. Nährstoffarme Böden und steile Felsbereiche bieten spezialisierten Pflanzen sowie Wanderfalken, Fledermäusen, Zauneidechsen und Schlingnattern Rückzugsräume.
Der 25 km lange Teufelsmauerstieg zwischen Ballenstedt und Blankenburg mit Ausblicken über den Harz und das Harzer Vorland macht diesen besonderen Ort erlebbar. Am Königstein bei Weddersleben ergänzt der Teufelsmauergarten das Naturerlebnis mit typischen Pflanzen des Gebietes.
Mehr Infos: www.sielmann-stiftung.de/naturwunder
Entdecke dein persönliches Naturwunder
Alle Kandidaten der diesjährigen Wahl sind eindrucksvolle Orte, die ihr auf Wanderwegen, geführten Touren oder auch einer Paddeltour entdecken und erleben könnt. Neben der Teufelsmauer sind folgen hier die anderen acht Kandidaten:
Salzmoor im Binnenland – Das Brenner Moor (Schleswig-Holstein)
Das Brenner Moor bei Bad Oldesloe ist das größte binnenländische Salzmoor Schleswig-Holsteins. Salzquellen schaffen hier seltene Lebensräume für Pflanzen, die sonst vor allem an der Küste vorkommen, darunter Salzaster und Bottenbinse. Auch Blaukehlchen, Nachtigall, Eisvogel und Kranich nutzen das Gebiet.
→ Erwandern: Ein ca. 5 km langer Bohlenweg führt durch die Moorlandschaft und ermöglicht Einblicke, ohne empfindliche Flächen zu betreten. Zusätzlich laden NABU-Führungen, naturverträgliches Paddeln auf dem Hauptarm der Trave und der Krimitrail für Kinder dazu ein, das Moor auf unterschiedliche Weise zu entdecken.
Wo Felsen zu Tieren werden – Der Steinzoo im Zittauer Gebirge (Sachsen)
Bizarr geformte Sandsteinfelsen, die an Tiere erinnern, machen den Steinzoo im Zittauer Gebirge zu einem besonderen Naturerlebnis. Über Millionen Jahre schufen Erosion und Verwitterung Formationen wie die „Brütende Henne“ oder die „Schildkröte“.
→ Erwandern: Drei Rundtouren führen durch die von Mischwäldern, Bächen und Feuchtwiesen geprägte Landschaft, die unter anderem Luchs, Fischotter und Wanderfalke Lebensraum bietet.
Farbenzauber unter Tage – Die Saalfelder Feengrotten (Thüringen)
Die Saalfelder Feengrotten gelten laut Guinness-Buch der Rekorde als die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“. Das außergewöhnliche Farbenspiel entsteht durch zahlreiche Mineralien im Alaunschiefergestein. Über Jahrhunderte bildeten sich in dem ehemaligen Bergwerk Tropfsteine, Sinterflächen und schillernde Grottenseen.
→ Erwandern: Ein etwa 500 m langer Weg führt durch die unterirdische Landschaft der Feengrotten vorbei an eindrucksvollen Tropfsteinformationen und schillernden Grottenseen. Spannende Führungen erzählen von der bewegten Geschichte des ehemaligen Bergwerks.
Wo das Moor zurückkehrt – Moorlandschaft Alperstedter Ried (Thüringen)
Im Alperstedter Ried kehrt durch die Wiedervernässung geschädigter Flächen und die Umwandlung von Ackerland in artenreiches Grünland ein lebendiges Kalkflachmoor zurück. Exmoor-Ponys und Wasserbüffel halten die Flächen offen. Mehr als 1.280 Arten wurden hier nachgewiesen, darunter Bodenbrüter wie Kiebitz, Grauammer und Braunkehlchen.
→ Erwandern: Ein Bohlenweg, Aussichtsturm und Aussichtshügel machen die Entwicklung des Moores erlebbar.
Wilde Flusslandschaft – Der Wiltinger Saarbogen (Rheinland-Pfalz)
Der Wiltinger Saarbogen ist der einzige noch weitgehend naturbelassene und nicht schiffbare Abschnitt der unteren Saar. Stromschnellen, Stillwasserzonen, Feuchtgebiete und Röhrichte bilden ein vielfältiges Mosaik von Lebensräumen. Eisvogel, Biber, Graureiher und Kormoran sind hier zu Hause.
→ Entdecken: Geführte Kanutouren ermöglichen es, die sensible Flusslandschaft naturverträglich zu erleben.
Sagenfels des Westerwalds – Der Druidenstein (Rheinland-Pfalz)
Die Basaltsäulen des Druidensteins im Westerwald wirken wie sorgfältig aufeinandergestellte Steinpfeiler. Sie entstanden, als heiße Lava langsam abkühlte und zu Säulen erstarrte. Der bereits seit 1869 geschützte Felsen liegt auf 431 Metern Höhe mitten im Wald und ist als „Nationales Geotop“ ausgezeichnet. Mehrere Wanderwege führen zum Druidenstein und vermitteln unterwegs Wissen über Geologie und Bergbaugeschichte.
→ Erwandern: Mehrere Wanderwege führen zum Druidenstein und vermitteln unterwegs Wissen über Geologie und Bergbaugeschichte. Der Druidensteig ist sogar zu "Deutschlands Schönstem Wanderweg 2026" gewählt worden.
Vulkanfelsen des Sauerlands – Die Bruchhauser Steine (Nordhrein-Westfalen)
Die mehr als 90 Meter hohen Porphyrfelsen der Bruchhauser Steine im Rothaargebirge entstanden vor mehr als 380 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Sie gehören zu den markantesten Felsformationen Deutschlands und sind als Nationales Naturmonument und Nationales Geotop besonders geschützt. Auf einem Rundweg mit interaktiven Infotafeln lassen sich die Felsen auf eigene Faust erkunden.
→ Erwandern: Ein kurzer Erlebnispfad führt von Fels zu Fels. Auch von der ersten Etappe des bekannten Rothaarsteigs kann man einen Abstecher zu den Bruchhauser Steinen machen, dazu einfach der Beschilderung der Rothaarsteig-Schleife folgen.
Sonnenhänge des Kaiserstuhls – Der Badberg (Baden-Württemberg)
Der Badberg im Kaiserstuhl zählt zu den artenreichsten Trockenrasen Mitteleuropas. Vulkanischer Untergrund, nährstoffarme Böden und ein mediterranes Klima schaffen Lebensräume für seltene Orchideen, Wildbienen und wärmeliebende Arten wie die Smaragdeidechse.
→ Erwandern: Markierte Wege und geführte Exkursionen ermöglichen Einblicke in das Naturschutzgebiet und lenken Besucherinnen und Besucher durch die empfindliche Landschaft, z. B. der 15 km lange Badbergpfad.
Hintergründe
Die Naturwunderwahl ist eine Initiative der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands, bei der Menschen aufgerufen sind, ihre Lieblings-Naturwunder aus Deutschland zu wählen. Die Initiative soll das Umweltbewusstsein und den Schutz der Natur stärken.
Vor der Wahl können Vorschläge eingereicht werden, aus denen eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands neun Naturwunder auswählen und zur Publikumswahl stellen.
Die „Naturwunder“ sind oft das Ergebnis geologischer, atmosphärischer, biologischer oder ökologischer Prozesse, die aufgrund ihrer Schönheit, Einzigartigkeit oder Seltenheit Bewunderung und Staunen hervorrufen. Sie sind meist auch wichtige Rückzugsorte oder Lebensräume für seltene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten.

