Während wir uns auf den Camping- oder Wanderurlaub mit unseren vierbeinigen Freunden freuen, bedeutet Urlaub für Hunde vor allem erstmal Veränderung. Neue Gerüche und Geräusche, ungewohnte Abläufe und Reize und eine Umgebung, die wenig mit dem vertrauten Alltag gemein hat. Im Interview erklärt Christian Falk, Hundetrainer bei RINTI, wie wir unsere Vierbeiner gezielt auf den Urlaub vorbereiteten können und gibt eine Checkliste. 

Die ungewohnten Abläufe beginnen ja schon mit der längeren Anreise. Was sollten Hundehalter:innen bei längeren Fahrten z. B. im Wohnmobil oder Camper beachten, damit der Hund sicher und möglichst stressfrei reist? 

Wichtig ist vor allem, dass der Hund bereits an das Autofahren bzw. das Wohnmobil oder den Camper gewöhnt ist. Das lässt sich vorab mit kürzeren Fahrten üben. Dabei wird beobachtet, ob der Hund Stressanzeichen zeigt. Hilfreich ist es, den Hund vor der Fahrt gut auszulasten. Ein entspannter Hund kommt in der Regel auch mit einer längeren Fahrt besser zurecht. 

Mann kniet mit schwarzem Hund
Hundetrainer Christian Falk © Christian Falk

Entscheidend ist, dass sowohl die menschlichen als auch die tierischen Insassen sicher untergebracht sind. Der Hund sollte am Geschirr angeschnallt sein – dafür gibt es extra Anschnallgurte – dabei aber noch etwas Bewegungsspielraum haben. Eine Hundebox kann hilfreich sein, ist aber nicht zwingend notwendig. Wichtig ist, dass bei einem Aufprall weder das Tier noch Gegenstände unkontrolliert durch das Fahrzeug geschleudert werden.

In den Pausen sollte der Hund frisches Wasser bekommen und die Gelegenheit, sich etwas zu bewegen. So kann er anschließend wieder entspannt weiterfahren und im Idealfall den nächsten Teil der Fahrt verschlafen. 

Wie können wir unseren Hunden nachts beim Camping helfen, trotz ungewohnter Reize, beispielsweise durch Wildtiere, zur Ruhe kommen? 

Beim Camping im Auto oder Wohnmobil haben wir einen klar abgrenzbaren Raum, den wir schon vor dem Urlaub positiven Assoziationen für den Hund verknüpfen können, indem wir ihn dort schlafen lassen oder gemeinsam mit ihm eine Nacht dort verbringen. Das Fahrzeug wird für den Hund dadurch zu einem sicheren Rückzugsort und er kommt dort leichter zur Ruhe. 

Beim Zelten ist das etwas schwieriger. Es hilft, das Zelt bereits vorher aufzubauen und eine vertraute Decke hineinzulegen. Der bekannte Geruch gibt dem Hund Sicherheit. 

Eine super Aktivität für Zwei- und Vierbeiner im Urlaub ist Wandern. Wie bereiten wir den Hund am besten auf längere Wanderungen und ungewohnte Reize vor?

Wir sollten uns vorab überlegen, welche Reize dem Hund am Reiseziel begegnen werden. Wenn wir vermehrt auf Wild- oder Weidetiere treffen können, ist es sinnvoll, diese Begegnungen vorher zu üben. Mit Weidetieren ist das relativ gut planbar, für Begegnungen mit Wildtieren empfehlen sich längere Waldspazeirgange, idealerweise auch zu Uhrzeiten, zu denen Wild unterwegs ist. 

Die körperliche Belastung sollte schrittweise gesteigert werden. Wenn der alltägliche Spaziergang normalerweise nur eine halbe Stunde oder Stunde dauert, im Urlaub aber eine vierstündige Wanderung geplant ist, sollten wir die Dauer in den Wochen davor langsam erhöhen. Ähnlich wie bei der Vorbereitung auf einen Halbmarathon oder Marathon lässt sich die geplante Belastung mit einem Trainingsplan schrittweise steigern. 

Kleiner Hund liegt zwischen den Beinen zweier Personen, Wanderstöcke und Berg im Hintergrund
Pausemachen will gelernt sein © Petra Andrews, unsplash

Woran erkennen Halter:innen, dass ihr Hund eine Pause braucht, damit er nicht überfordert wird? 

Das ist gar nicht immer leicht zu erkennen, denn viele Hunde laufen weiter, obwohl eine Pause sinnvoll wäre. Das betrifft vor allem reizoffene Hunde, da diese ihren eigenen Ruhebedarf schlechter einschätzen können und trotz Erschöpfung nur schwer zur Ruhe kommen. Deshalb sollten wir als Menschen dafür die Verantwortung übernehmen und den Hund anleinen, um gemeinsam eine Pause einzulegen. 

Ein fitter Hund braucht bei normalem Wanderwetter nicht häufiger eine Pause als wir Menschen. Wenn wir eine Pause machen, macht der Hund also ebenfalls eine Pause. Auch aus lerntheoretischer Sicht ist das sinnvoll: Der Hund lernt, dass eine Pause des Menschen gleichzeitig eine Pause für ihn bedeutet. Entscheidend ist, dass er, während wir auf einer Bank sitzen nicht die ganze Zeit weiterschnüffelt, sondern ebenfalls ruht.

Wie sollten Futter- und Wasserversorgung bei mehrtägigen Trekkingtouren mit Hund angepasst werden? 

Als grobe Orientierung gilt: Ist der Hund etwa doppelt so aktiv wie im Alltag, kann auch seine Kalorienzufuhr ungefähr verdoppelt werden. Rechnerisch mag das zunächst etwas zu viel sein, da im normalen Bedarf bereits die Energie für grundlegende Körperfunktionen wie Gehirn- und Herzfunktion enthalten ist. Bei einer fünf- bis sechstägigen Wanderung kann ein leichter Kalorienüberschuss aber durchaus sinnvoll sein. Je nach Ausgangsgewicht muss die Menge natürlich angepasst werden. Grundsätzlich nehme ich auf Wanderungen lieber etwas mehr Futter mit. Anders als bei sehr wilden Aktivitäten, bei denen sich der Hund dreht oder beim Spielen auf dem Rücken landet und nach dem Fressen die Gefahr einer Magendrehung besteht, sind die Fütterungszeiten und -abstände beim Wandern weniger entscheidend. 

Dafür sind Pausen, in denen der Hund zur Ruhe kommen kann, und vor allem die Wasserversorgung sehr wichtig. Der Hund sollte jederzeit trinken können. Ideal ist eine Route entlang frischer Bäche oder Flüsse. Das ist auch meine bevorzugte Variante. Ansonsten muss ausreichend Wasser mitgenommen werden. 

Dackel mit einer Futtertüte
RINTI Snacks für unterwegs © Finnern GmbH & Co.KG

Hast du ein bestimmtes Futter, welches du bei mehrtägigen Wanderungen nutzt? 

Bei mehrtägigen Wanderungen habe ich verschiedene kalorienreiche Snacks dabei. Ich nehme mein normales RINTI-Trockenfutter Rind sowie die RINTI Chicko’s Hähnchenstreifen oder Hähnchenwürfel mit Käse mit. Diese sind fetthaltiger und liefern besonders konzentrierte Energie. Die Käsewürfel sind außerdem praktisch, weil sie bereits portioniert sind. 

Ich persönlich nehme grundsätzlich lieber etwas mehr Futter mit, damit ich flexibel reagieren kann. Dauert eine Wanderung länger als geplant, kann ich die Menge entsprechend anpassen. War es an einem Tag doch etwas zu viel, gibt es am nächsten Morgen einfach ein bisschen weniger. So lässt sich die Futtermenge gut regulieren. 

Wie können sich Halter:innen auf gesundheitliche Notfälle ihrer Hunde vorbereiten? 

Ich bin sehr froh, dass ich einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde gemacht habe, und kann das auch anderen Hundehalter:innen empfehlen. Danach habe ich mir zusätzlich ein Erste-Hilfe-Set für meine Hündin zugelegt. 

Solche Kurse zeigen, wie Schnittverletzungen versorgt und Verbände richtig angelegt werden, um Blutverlust zu kontrollieren. Für absolute Notfälle gehört auch das Erlernen von Maßnahmen wie Herzmassagen dazu. 

Zudem werden Tipps gegeben, um mögliche Vergiftungen und Anzeichen für Blutarmut oder Sauerstoffmangel zu erkennen. Dieses Wissen hilft dabei zu entscheiden, wann sofort tierärztliche Hilfe notwendig ist und welche ersten Maßnahmen selbst durchgeführt werden können. Gerade bei Verletzungen, die auf Spaziergängen oder Wanderungen auftreten können, ist das sehr hilfreich. 

Hund liegt an einer langen Leine vor einem Zelt
Das Zelt als Rückszugsort und Zuhause auf Zeit. © theraoncompany, pixabay 

Gibt es Tipps, bei denen du sagst: „Das hätte ich gerne früher gewusst, das hätte mein Urlaubserlebnis noch einmal deutlich verändert?“ 

Früher habe ich dem Hund nach einer Wanderung oder am Abend oft noch viel Freiheit gelassen. Ich dachte, er könne selbst entscheiden, ob er sich hinlegt, die Umgebung erkundet oder noch einmal herumläuft. Für die Erholung ist tatsächlich das Gegenteil hilfreicher. 

Gerade bei einem Aktivurlaub sollte die Rückkehr zum Zelt, Auto oder Wohnmobil möglichst ritualisiert ablaufen. Der Hund braucht dann klare Signale: Jetzt ist Ruhezeit. Er bekommt einen festen Rückzugsort und wird nicht ständig angesprochen oder gestreichelt, damit er wirklich abschalten kann. 

Hunde schlafen bis zu zwanzig Stunden am Tag. Gerade nach langen Wanderungen oder ereignisreichen Tagen ist ausreichend Schlaf deshalb besonders wichtig, damit sie sich für den nächsten Tag erholen können. 

Checkliste: Outdoor-Urlaub mit Hund 

  • Vor der Autofahrt auslasten: Ein glücklicher, ausgelasteter Hund hält eine vierstündige Autofahrt ohne Pause problemlos aus. 
  • Kondition frühzeitig aufbauen: Spaziergänge in den Wochen vor der Reise schrittweise verlängern und an die geplante Dauer der Wanderungen heranführen. 
  • Begegnungen mit Wild- und Weidetieren trainieren: Spaziergänge nutzen, um den Umgang mit anderen Tieren an einer längeren Leine zu üben und ruhiges Verhalten mit Lob und Futter zu bestärken. 
  • Ausreichend Wasser einplanen: Die Route möglichst entlang sicherer Wasserquellen planen oder genügend Trinkwasser für den Hund mitnehmen. 
  • Genug Futter einpacken: Bei deutlich höherer Aktivität den erhöhten Energiebedarf berücksichtigen und lieber etwas mehr Futter und energiereiche Snacks dabeihaben. 
  • Ruheplatz vorbereiten: Decke, Körbchen, Campingfahrzeug oder Zelt bereits vor dem Urlaub positiv mit Ruhe und Entspannung verknüpfen. 
  • Ruhe wirklich einplanen: Nach langen Wanderungen den Bewegungsradius reduzieren und dem Hund einen festen Rückzugsort geben, an dem er ungestört schlafen kann. 
  • Für den Notfall vorbereitet sein: Ein Erste-Hilfe-Set für den Hund mitnehmen und sich idealerweise vorab mit grundlegenden Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut machen. 

 

Das Interview wurde unserer Redaktion von .FACTUM-PR und Rinti zur freien Verfügung gestellt.