Ein Abenteuer direkt vor der Haustür: Graveln quer durch Baden-Württemberg. Beim Naturparke-Gravel-Crossing geht es über 690 Kilometer durch die beeindruckenden Landschaften der vier Naturparke Neckartal-Odenwald, Stromberg-Heuchelberg, Schwarzwald Mitte/Nord und Südschwarzwald.
Über Schotterpisten, ruhige Waldwege und einsame Landstraßen kommen Gravel-Fans voll auf ihre Kosten, denn die Route ist extra für die Hybrids aus Rennrad und Mountainbike ausgelegt. Praktisch: Die Strecken starten alle in Bahnhofsnähe, sodass sie flexibel variiert werden können. Wer also keine Zeit hat, die elf Etappen am Stück zu fahren, kann sich die Abschnitte aufteilen. Auch bei den Übernachtungsmöglichkeiten ist für jeden Geschmack etwas dabei: vom Campingplatz über Pensionen bis hin zum Wellnesshotel. Die Route mit insgesamt 14.000 Höhenmetern führt von Mannheim nach Basel.
Los geht's: Odenwald und Streuobstwiesen

Die ersten Etappen führen durch den Naturpark Neckartal-Odenwald im Norden Baden-Württembergs. Durch die hügeligen Wald- und Wiesenlandschaften des Odenwalds lädt der Teltschikturm in 35 Metern Höhe dazu ein, die beeindruckende Landschaft von oben zu genießen. Mit Blick auf das Neckartal radelnd, geht es in Richtung Heidelberg und über einige Schotterpisten in Richtung Neckargemünd. Etappe 2 ist geprägt durch Streuobstwiesen im kleinen Odenwald sowie die Burg Guttenberg, die beeindruckend über dem Neckar thront.
Immer weiter: Weinberge, wilde Flüsse und der Schwarzwald

Nach Heilbronn beginnt das „Land der 1.000 Hügel“ im Naturpark Stromberg-Heuchelberg mit malerischen Weinbergen, gemütlichen Ortschaften und kulturellen Highlights wie dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn. Eine wohlverdiente Pause können Radelnde am Stausee Ehmetsklinge einlegen, der sich wunderbar mit einem Besuch im Naturparkzentrum verbinden lässt. Ab der vierten Etappe tauchen Gravel-Fans dann in den Naturpark Schwarzwald ein. Dichte Wälder und wilde Flüsse säumen den Weg, der sich entlang der Enz schlängelt.
Finale: Hochmoore, Wasserfälle und Gipfel
Immer tiefer in den Schwarzwald geht es in die Hochmoorlandschaft des Kaltenbronn zu den verwunschenen Karseen. Ab Etappe 7 wird dann der vierte Naturpark Südschwarzwald erreicht, mit den Triberger Wasserfällen, die zu den höchsten in Deutschland zählen. In sieben Fallstufen stürzt das Wasser hier 163 Meter in die Tiefe. Auch Baden-Württembergs höchster Berg, der Feldberg, wird auf den letzten Etappen erklommen. Die vielen Höhenmeter werden immer mit grandiosen Ausblicken belohnt. So lohnt sich z. B. auch ein Abstecher auf den besonderen Aussichtsturm am Gipfel des Hochkopfs. Die letzte Etappe führt dann durch den Hotzenwald, immer wieder den Rhein kreuzend, zur Schweizer Grenze und dem Ziel: Basel.

Um nicht noch mehr Schilder im Wald anzubringen, wurde bewusst gegen eine Beschilderung entschieden. Navigiert wird rein digital.
Info: komoot.com/naturparke-gravel-crossing
Marieke Wist